{"id":492,"date":"2015-08-10T09:07:38","date_gmt":"2015-08-10T09:07:38","guid":{"rendered":"http:\/\/naturenkulturen.de\/?p=492"},"modified":"2024-02-22T14:41:37","modified_gmt":"2024-02-22T13:41:37","slug":"workshop-report-building-experimental-collaborative-ethnography-experimenting-with-the-asthma-files-platform","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/naturenkulturen.de\/en\/workshop-report-building-experimental-collaborative-ethnography-experimenting-with-the-asthma-files-platform\/","title":{"rendered":"Workshop-Report: Building Experimental, Collaborative Ethnography: Experimenting with the Asthma Files Platform"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Am 15. Juli 2015 fand am Institut f\u00fcr Ethnologie und Kulturwissenschaft der Universit\u00e4t Bremen der vom Bremen NatureCultures Lab organisierte Workshop \u201eBuilding Experimental, Collaborative Ethnography: Experimenting with the Asthma Files Platform\u201c mit Kim und Mike Fortun statt. <!--more-->Kim Fortun ist Kulturanthropologin und Professorin f\u00fcr Science and Technology Studies am Rensselaer Polytechnic Institute (USA). Mike Fortun ist Wissenschaftshistoriker und Kulturanthropologe und ebenfalls am Rensselaer Polytechnic Institute. Beide sind Gr\u00fcnder der <a href=\"http:\/\/theasthmafiles.org\/\">Asthma Files Platform<\/a>, einem digitalen ethnographischen Projekt zu Asthma, das kollaborative Forschung und neue Formen der Pr\u00e4sentation von Forschungsergebnissen verbindet. Die Asthma Files Platform erlaubt es, ethnographische Daten aus einer Vielzahl von \u201easthmatic spaces\u201c sowie Informationen, Bilder und Wissen aus unterschiedlichen Disziplinen in eine neue Konstellation, Arrangements und Gef\u00fcge zu bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der dreist\u00fcndige Workshop startete mit einer ausf\u00fchrlichen Vorstellungsrunde nicht nur der beiden Leitenden, sondern auch von uns Teilnehmer*innen, die ihr ungef\u00e4hres Alter, ihren institutionellen Hintergrund sowie ihre Forschungsinteressen nannten. Ebenso stellten Kim und Mike Fortun die verschiedenen Mitarbeiter*innen der von ihnen geleiteten <a href=\"http:\/\/worldpece.org\/\">Platform for Experimental and Collaborative Ethnography (PECE)<\/a> in absentia vor. Schon zu Beginn des Workshops wurde damit deutlich, wie wichtig es f\u00fcr kollaboratives Zusammenarbeiten ist, dass ein Raum erschaffen wird, in dem das Verschiedensein der in ein Projekt involvierten Personen zur Sprache kommt und damit auch produktiv umgegangen wird. So betonten Kim und Mike Fortun, wie wichtig es f\u00fcr erfolgreiches Zusammenarbeiten sei, Differenz nicht nur anzuerkennen, sondern diese auch zu aktivieren \u2013 was eine eindeutig politische Dimension hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn eine derartige Ber\u00fccksichtigung von Differenz sei u.a. ein guter Weg, die grunds\u00e4tzliche Partialit\u00e4t von Wissen anzuerkennen und damit umzugehen, erkl\u00e4rte Kim Fortun: Sie trage nicht nur dazu bei, komplexe Ph\u00e4nomene besser zu verstehen, sondern dazu, auf die von poststrukturalistischen Denker*innen betonten marginalisierenden und oft gewaltsamen Effekte von Wissen zu antworten; es ist nicht mehr der wei\u00dfe, heterosexuelle Mann, der spricht und allerorten G\u00fcltigkeit f\u00fcr sein Wissen beansprucht. Einen solchen demokratischen Impuls betonten auch mehrere Teilnehmende in der Diskussionsrunde. Gleichzeitig trugen wir auch zusammen, was Kollaboration oft schwierig macht: Die Reihe der genannten Aspekte reichte hier von individuellen Arbeitsgewohnheiten, \u00fcber spontan einsetzende Workflows, bis hin zu dezidiert politischen Gr\u00fcnden wie schlechte, kurzzeitige Arbeitsvertr\u00e4ge an deutschen Universit\u00e4ten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kaleidoskopischer Zugang<\/strong><br \/>\nMit der <a href=\"http:\/\/theasthmafiles.org\/\">Asthma Files Platform<\/a> reagieren die involvierten Forscher*innen auf mehrere Probleme und Herausforderungen. Zun\u00e4chst macht die weltweit hohe Verbreitung von Asthma zu einem sehr relevanten Thema \u2013 mit lokal je spezifischen Entstehungsbedingungen und politischen Antworten, ob nun in Houston (Texas), Bogota oder in Teheran, wozu es inzwischen Asthma Files-Gruppen gibt. Zudem seien die dominanten Formen des Denkens \u00fcber Asthma einseitig und ungen\u00fcgend, betonten Kim und Mike Fortun. Eine ethnographische Herangehensweise erm\u00f6gliche es hingegen, die vielen Arten des experimentellen, klinischen, politischen oder wissenschaftlichen Wissens zu Asthma zusammenzubringen, Synergieeffekte zu erzielen und schlie\u00dflich dazu beizutragen, kollektiv eine inhaltliche Grundlage f\u00fcr m\u00f6glichen Antworten darauf zu schaffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies nannten Kim und Mike Fortun einen kaleidoskopartigen Zugang zu Asthma, der mit der notwendigen Partialit\u00e4t von Wissen kreativ umgehe. Ein solcher Zugang erfordert auch ein gewisse Beweglichkeit und Spontanit\u00e4t. Die Asthma Files Platform zeigt interessante Wege, wie mit einer experimentellen, kollaborativen Form der Zusammenarbeit auf die vielf\u00e4ltigen Herausforderungen und Probleme im Umgang mit dem politisch und gesellschaftlich hochrelevanten Thema wie Asthma reagiert werden kann.\u00a0Sie dient gleichzeitig als infrastrukturell-experimenteller Erfahrungsraum, der nicht nur f\u00fcr die Asthma-Forschung wichtig ist, sondern der zudem der Entwicklung eines Plattform-Prototyps dient, der sp\u00e4ter auch in ganz anders gelagerten ethnographischen Projekten nutzbar sein soll. <em>(Till Schmidt)<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 15. 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